Mariami Koberidze

03.02.2017
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Hallo liebe Coach-Gemeinde,

wir sind ja gerade dabei, die historischen Wurzeln von Coaching zu rekonstruieren. Ich glaube, wir haben die allererste Veröffentlichung über Coaching gefunden. Es ist ein Kapitel in dem Buch „How to Grow in Management“ von James Menzies Black (1957). Wir können deshalb feststellen: Coaching ist bereits eine Erfindung der ausklingenden Human Relations-Bewegung in den USA. Bei unseren Recherchen fördern wir so einiges Kurioses zutage. So z.B. eine Checkliste von Black (S.73f.) mit der Überschrift: Evaluate your Coachmanship. Oder aber einige Fotos zum Geschäftsgebaren eines professionellen Coaches bereits aus Anfang der 1980er Jahre (B.J. Jones et al. 1982: Effective Coaching. Principles & Practice. S. 21,32). Wirklich amüsant!

coaching-pioniere

Als Coaching in den 1970er Jahren in den USA entstand und sich dort in den 1980er Jahren verbreitete, war es noch ein Management-Skill: Die Fähigkeit von Managern, Lern- und Entwicklungsprozesse von Mitarbeitern, v.a. des Management-Nachwuchses, zu initiieren und zu fördern. Ein Manager verhalf durch Coaching ausgewählten Mitarbeitern, angesichts beruflicher Rollen und Herausforderungen so zu reifen, dass sie diesen anschließend gewachsen waren. Über die Jahre entwickelte sich Coaching dann zu dem, was wir heute darunter verstehen, zu einem personorientierten, dialogischen Reflexionsprozess über fast alle Themen der Arbeitswelt, die einen Menschen bewegen. Überwiegend durchgeführt durch einen geschulten Coach, der nicht der Chef seines Klienten (so heißt der Coachingnehmer jetzt), sondern ein unabhängiger Experte mit speziellen Coaching-Kompetenzen ist. Das können externe, unternehmensfremde, oder aber organisationsinterne Coaches sein, die dann häufig in Stabsabteilungen wie der Personalentwicklung oder in eigens dafür geschaffenen Coach-Pools angesiedelt sind. Über all die Jahre, in denen sich Coaching zu dem entwickelte, was es heute ist, geriet es dabei unter zwei Einflüsse: Erstens unter den Einfluss der Idee der Prozessberatung und zweitens unter den der Psychotherapie.

Aus diesem Grund reicht es keinesfalls, sich als Coach lediglich auf eine methodische Ausrichtung zu beschränken bzw. eindimensional zu arbeiten. Ein Coach ist unbedingt danach zu beurteilen, wie gut er die Coaching-Tools beherrscht, wie variantenreich er sie einsetzen kann. Weshalb COATRAIN, als erfahrenes Ausbildungsinstitut, dafür plädiert, dass ein Coach methodenplural ausgebildet ist. Ein Coach muss darüber hinaus sein Wissen, seine Erfahrungswerte dem Coachee zugänglich machen und im richtigen Moment einbringen können. Er muss weiterhin über ein ausgeprägtes Urteilsvermögen verfügen, das es ihm erlaubt, die Erlebnisse und die Vorgänge in der Lebenswelt oder im Unternehmenskontext verstehen und einordnen zu können. Dies zu berücksichtigen stellt neue Herausorderungen an Ausbilder ebenso wie an praktizierende Coachs und solche, die es werden wollen.

Ingo Steinke

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