Teamentwicklungsaktivitäten initiieren abseits des Alltags einen gruppendynamischen Prozess, innerhalb dessen das Team sich auf ungewohnte Art neu begegnen kann.
Teamentwicklung lebt von der Verfremdung des Kontextes, in dem ein Team operiert, und schafft gerade dadurch Gelegenheiten, sich auf ganz andere Weise zu erleben, sowie ungeahnte Seiten bzw. Sichtweisen eines Teammitglieds kennen zu lernen.
Mit Hilfe von Outdoor- oder Indoorübungen wird das Team vor Herausforderungen gestellt, die es gemeinsam zu meistern gilt. Dabei entstehen eine Dynamik und Prozesse, die beobachtet sowie im Anschluss an die Übung reflektiert und analysiert werden können.
Teamentwicklung ist Machen statt Reden. Es wird etwas gemeinsam unternommen, die Teammitglieder erleben sich im Handeln, statt in theoretischen Erörterungen. Ganz andere Wahrnehmungs- und Kommunikationskanäle werden aktiviert.
Teamentwicklungsaktivitäten machen unsichtbare Teamprozesse sichtbar und erfahrbar; sie vermitteln auf spielerische Art und Weise, wie aus der Summe von Einzelleistungen eine Synergie entsteht, die das Potential des einzelnen übersteigt.
Die Funktionsweise eines Teams, Stärken und Schwächen, Blockaden und Ressourcen eines Teams treten zutage, können gedeutet und durch praktisches Ausprobieren im geschützten Rahmen weiterentwickelt werden.
Teamentwicklungsaktivitäten sind dann besonders effektiv, wenn sie nicht nur nach ihrem Unterhaltungswert („Action“, „Grusel“, Spaß) ausgewählt werden, sondern eine passende Metapher für den realen Arbeitsprozess eines Teams darstellen. (Wenn z.B. in der Übung wie im Alltag Hürden genommen, ein Berg erklommen, Brücken gebaut werden sollen.)
Teamentwicklungsaktivitäten können auch als Incentive gestaltet werden und sind eine sinnvolle Alternative zu langweiligen Betriebsausflügen.
Worum geht es in der Teamentwicklung?
Anlass ist in der Regel ein Bedarf an Verbesserung des Arbeitsklimas und Teamgeists. Es wird nicht „an einem Strang gezogen“.
Zum Einsatz kommt Teamentwicklung, z.B. wenn Teams neu zusammengesetzt werden, bei der Verschmelzung von Unternehmensbereichen und Teams, wenn Teams durch einen Mangel an Beziehungspflege, Individualistentum oder nutzlose Rivalitäten geschwächt sowie in ihrer Leistungsfähigkeit gefährdet sind.
Zum Thema gemacht und optimiert wird die Art und Weise des Umgangs miteinander, wie sie täglich praktiziert wird. Dabei kommen weniger Themen auf der Sach-, als vielmehr auf der Beziehungsebene zur Sprache: Respekt und Wertschätzung, Vertrauen, Offenheit, Ehrlichkeit, Effizienz, Lösungs- und Ergebnisorientierung im Doing.
Zum Thema gemacht werden die Rollenverteilung, Gruppenprozesse und Regeln der Zusammenarbeit innerhalb des Teams. Aber auch die Art der Problemlösung, der Konfliktbewältigung, die Herangehensweise an neuartige Aufgaben können bearbeitet werden.
Zum Thema gemacht werden eingefahrene Beziehungsmuster und Wertekonflikte, die zu unerwünschten Reibungsverlusten im Team führen.
In der Teamentwicklung treten ähnliche Gruppendynamiken oder Schwierigkeiten der Zusammenarbeit wie im Arbeitsalltag auf. Sie können unter Anleitung reflektiert, analysiert und geklärt werden, so dass wieder eine produktive Kultur der ergebnisorientierten Zusammenarbeit entsteht.
Wie läuft eine Teamentwicklung ab?
Am Anfang steht eine IST-Analyse und Bilanzierung der Zusammenarbeit aus zumeist unterschiedlicher Sicht der Beteiligten. Teamaufstellungen helfen dabei, die IST-Situation und die SOLL-Situation im Team erlebnisaktivierend zu definieren.
Es werden Modelle menschlichen Handelns qualifiziert und Feedbackregeln vereinbart, um eine gemeinsame Sprache zu finden und eine Verständi-gungsgrundlage zu schaffen.
Eine Auswahl mehr als 40 erprobten Indoor- und Outdoor-Aktivitäten zur Teamentwicklung kommt zum Einsatz, vorausgesetzt die Übungen stellen eine sinnvolle Metapher mit Bezug zur realen Arbeitssituation des Teams dar.
Im Wechsel aus Aktivitätssequenzen und Reflexionsprozessen werden Stück für Stück Teamentwicklungsaktivitäten durchlaufen und jeweils im Anschluss ausgewertet. Rollenverteilungen, Gruppendynamiken, persönliche Eindrücke werden analysiert, Lern- und Entwicklungsaufgaben definiert und in erneuten Aktivitäten erprobt.
Punktuell rücken Fallbeispiele aus dem Arbeitsalltag in den Fokus der Betrachtung, um den Transfer des Erfahrenen auf praktische Problemstellungen und Herausforderungen zu gewährleisten.
Kurze Warming-ups und kurze teambildende Übungen lockern die Arbeit zusätzlich auf.
Die Erkenntnisse und (Ziel-)Vereinbarungen der unterschiedlichen Abschnitte werden in Form von Commitments festgehalten, die Ergebnisse werden dokumentiert.
Was macht eigentlich der Team-Coach in der Teamentwicklung?
Der Coach ist verantwortlich für die Struktur, die Dramaturgie und den geregelten Ablauf der Teamentwicklung.
Der Coach trägt dazu bei, dass ein „Vertrauenscontainer“ entsteht und die Persönlichkeit des einzelnen respektiert wird.
Der Coach achtet darauf, dass die Sicherheit der Teammitglieder gewährleistet bleibt.
Der Coach ist Moderator, Spiegel und Katalysator der Gruppen-Prozesse. Er ist allparteilicher Ratgeber und Feedbackgeber, er bringt auf den Punkt und mischt sich als Anwalt der Entwicklungsfortschritte einzelner und des Teams ein.
Der Coach verfügt über pädagogisches und psychologisches Know-How, das er dem Team zur Verfügung stellt, wo der Teamentwicklungsprozess dies erfordert.
Und was kommt dabei heraus?
Teamentwicklungsaktivitäten führen einzelne Personen und alle zusammen an ihre Grenzen; sie vermitteln die gemeinsame Erfahrung und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck, wie Grenzen gemeinsam überschritten, kommende Herausforderungen gemeistert werden können.
Teamentwicklungsaktivitäten machen allen Beteiligten bewusst, welche Qualitäten und Potentiale im Team vorhanden sind, welche sich ergänzen, überschneiden, welche fehlen und welche Synergien möglich sind.
Teamentwicklung erzeugt ein gemeinsames Bewusstsein darüber, worin die weiteren Ziele und Entwicklungsaufgaben auf dem Weg der Teamfindung oder Teamentwicklung bestehen.
Teamentwicklung schweißt zusammen und stärkt den Teamgeist. Es entstehen nachhaltig wirkende Erlebnisse, die lange erinnert werden.
Ergebnisse der Teamentwicklung zeigen sich unmittelbar in einer spürbaren Entspannung der Arbeitsatmosphäre und Verbesserung der Motivationslage im Team. Der Grundstein für eine andere Kultur der Zusammenarbeit wird gelegt.
Ergebnisse können sich in der Änderung von Verhaltensweisen einzelner Teammitglieder und von teaminternen Vereinbarungen bzw. Regeln zeigen.
Teamentwicklungen liefern Impulse für die Optimierung von Rollenverteilungen, Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen. Sie liefern Impulse für die Optimierung der Kooperation zwischen Einzelnen, Teams und Arbeitsbereichen (Schnittstellen).
Am Ende einer Teamentwicklung werden Vereinbarungen für eine langfristige Festigung der erarbeiteten Erkenntnisse und Ergebnisse ohne externes Coaching entwickelt.
Im Anschluss an die Teamentwicklung ist es die Aufgabe der Führungskraft, dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen und Maßnahmen ergriffen werden, damit die gemeinsamen Erkenntnisse im Arbeitsalltag von den Teammitgliedern umgesetzt und verankert werden können.
Ein punktuelles Transfer-Coaching einzelner Beteiligter kann erfolgen.