Viele Führungskräfte sind heutzutage in ihren Führungsqualitäten bereits geschult oder zumindest belesen. Das ist nicht immer von Vorteil. Die Themen Management und Führung sind in den Köpfen und Herzen der meisten Menschen höchst ambivalent verankert: Auf der einen Seite sind diese Themen durch Darstellungen in der Öffentlichkeit, Literatur und Filmen – und nicht selten auch durch Fortbildungen - stark mystifiziert. Da geistern zahlreiche, unerreichbar scheinende Ideale herum. Auf der anderen Seite sind Deutschland und Europa in der Vergangenheit durch diverse autoritäre Führerkulte (Hitler, Stalin, Mussolini, Franco) und ihre schrecklichen Folgen traumatisiert worden. Keiner will an dieser Tradition anknüpfen und so ist die Empfänglichkeit für modern anmutende, z.B. amerikanische Führerkulte (um z.B. Jack Welsh), umso größer. Unsere ernüchternde Beobachtung und These ist: Kaum eine/r führt wirklich. Da wird alles Mögliche gemacht: Erwartet, gefragt, indirekt kommuniziert, geschlichtet, der Konsens oder die Zustimmung gesucht, getröstet und neuerdings angeblich gecoacht; aber kaum geführt.
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